Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnachtsgruß 2015


Zur Weihnacht 2015 und zum Ausklang des Jahres
diesen Gruß an die Leserinnen und Leser meines Blogs!



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Als Rudolf Steiner 1922 (GA 36, S. 57) von der "Weltnot" sprach, waren es andere Phänomene als die, die wir heute betrachten können. Dennoch ist die Not der Welt – aufs Ganze gesehen – heute nicht kleiner. In der Situation der Flüchtlinge, die das zurückliegende Jahr in Europa wie nur wenige andere Fragen prägte, rückte diese Not in unseren Breiten näher an uns heran als in all den Jahren zuvor. Sie überschritt die Schwelle und drang in unseren unmittelbaren Lebensbereich ein. 

Es stellt uns diese und alle anderen Krisen unserer Tage vor große Herausforderungen. 

Solange aber der von allen Menschen in der globalisiert-vernetzten Weltwirtschaft hervorgebrachte "Profit", so unterschiedlich den Menschen zugute kommt, haben wir nicht das Fundament, von dem aus wir richtige, menschenwürdige Entscheidungen treffen können. 

Es muss eine neue Richtung eingeschlagen werden, hin zu einer Erneuerung des Wirtschaftens – jenseits des Profitprinzips, gemeinwohlverpflichtet! Oder in den Worten Rudolf Steiners: "Mit Herz für das wahrhaft Menschliche!"

Wenn verstanden wird, dass alles von dieser Erneuerung abhängt und das wir in unserer Zeit ALLE für diese Erneuerung demokratisch verantwortlich sind, dann wird auch der Spuk in seinen hundertfachen Erscheinungen – mit Bomben und Ausnahmezuständen hier und Zäunen und strangulierenden Sparpaketen dort; alle Früchte auch eines mechanisch-dirigistischen Denkens – allmählich nachlassen.

Wenn es aber nicht verstanden wird, kann gar nichts anderes herauskommen als immer nur weiter dieser Spuk, der dann nur – und auch das konnte in diesem Jahr so vielfach beobachtet werden – mit viel Eifer analysiert und kritisiert und bekämpft und belacht und verspottet und mit Empörung zurückgewiesen wird. Doch damit werden auch nur "herzlos" Menschen diffamiert und immer nur noch weiter in Polarisierungen gedrängt. Und solange Liebe, Solidarität, Geschwisterlichkeit sich nicht auf alle Menschen bezieht ist ihre Kehrseite der Hass. Unvermeidlich.

Dem Hass und der Herzlosigkeit aber ist ein Licht erschienen!